Ein Bienenvolk kann nur als Gemeinschaft überleben.
Die Bienenberufe
„Heizer- und Kühlbienen“ sorgen für die richtige Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Stock. Im Winter haben die „Heizbienen“ Schwerstarbeit zu leisten. Um die Temperatur in der zusammengeballten Bienentraube auf cirka 35 Grad zu halten, müssen sie heizen. Sie zittern mit den Flugmuskeln so lange, bis der Brustkorb auf bis zu 44 Grad aufgeheizt ist. Dabei werden die Flügel einfach ausgekoppelt um keinen störenden Wind zu erzeugen. Bei großer Hitze im Sommer verteilen die „Kühlbienen“ Wasser und sorgen durch Fächeln mit den Flügeln für Kühlung.
Das Bienenvolk hat auch ein Immunsystem. „Wächterbienen“ verteidigen den Stock. Eindringlinge werden angegriffen, gestochen, vertrieben oder getötet. Das aus Harz von den Bienen erzeugte Propolis enthält antibiotische, antivirale und antimykotische Wirkstoffe und sorgt dafür, dass im Bienenstock keine Krankheiten ausbrechen.
„Ammenbienen“ ernähren den Nachwuchs und „Putzbienen“ halten den Stock sauber. „Baubienen“ produzieren Bienenwachs und bauen Waben. „Sammelbienen“ schaffen Nektar, Pollen,Wasser und Propolis heran.
Kommunikation
In einem so komplexen System aus verschiedenen Wesen und Zuständigkeiten ist die Kommunikation zwischen den einzelnen Individuen und die Koordination ihrer Tätigkeiten von außerordentlicher Bedeutung. Neben dem „Bienentanz“ kommunizieren sie mithilfe von „Pheromonen“. Dies sind Duftstoffe, die von den Bienen abgegeben werden und als Informationsstoffe für ihre Artgenossen dienen. Je nach Situation unterscheiden sich die Duftstoffe in ihrer Zusammensetzung und senden dadurch unterschiedliche Botschaften.
Die Königin sondert eine besonders starke Pheromonmischung ab um im ganzen Stock ihre Anwesenheit zu signalisieren. Dadurch wird das Bienenvolk beruhigt. Die Pheromone der Königin hemmen außerdem die Entwicklung der Eierstöcke bei den Arbeiterinnen, damit diese keine Eier ablegen.
Die Königin und die Vermehrung der Bienenvölker
Die Königin muss nach der Paarung mit cirka 20 Drohnen lebenslang während Hauptbrutzeit im Frühjahr täglich bis zu 1500 Eier legen. So betrachtet ist sie zugleich Sklavin der Gemeinschaft. Erst wenn der Bienenstock für die zahlreichen Nachkommen zu eng wird, füttern die Arbeiterinnen eine neue Königin heran. Noch bevor diese schlüpft verlässt die alte Königin mit etwa 50 % der Stockbienen (Schwarm) den Stock und sucht eine neue Behausung. Den alten Stock übernimmt die neue Königin. Auf diese Weise haben sich die Bienen seit Millionen von Jahren vermehrt und überlebt.
Fazit: Jede einzelne Biene (Bienenwesen) trägt zum Überleben und Funktionieren des gesamten Organismus bei. Hierbei entwickelt die Gemeinschaft Fähigkeiten, die die Fähigkeit des einzelnen Mitglieds übersteigen. Damit ist der „Bien“ ein wahrer Superorganismus.
(Quelle: Redaktion SiplyScience.ch und Welt Axel Springer SE)